Design

Vor 20 Jahren starb der Designer Otl Aicher - Die von ihm entwickelten Piktogramme prägen die Welt bis heute

Ob es Geschwisterliebe, jungmännerhaftes Besserwissen oder beides war, wissen wir nicht, jedenfalls war der 17-jährige Otl Aicher der Meinung, dass seine Schwester unbedingt das Skifahren erlernen müsse. Zu diesem Zweck fertigte er ein liebevoll detailliertes siebenseitiges Handbuch an und ergänzte die Instruktionen mit schematischen Bleistiftzeichnungen von Strichmännchen in korrekter Haltung. Noch ahnte er nicht, dass er 32 Jahre später mit einer Verfeinerung dieser Skizzen die Welt der grafischen Gestaltung revolutionieren würde. Auch der widersprüchliche Charakter als Kämpfer gegen Autoritäten einerseits und autoritärer Bestimmer andererseits sollte ihn sein Leben lang prägen.

Es war Winter 1940, und sorglose Skiausflüge waren die Ausnahme. Aufgewachsen in einem Arbeitervorort der süddeutschen Nazi-Hochburg Ulm, hatte sich Otl Aicher geweigert, der Hitlerjugend beizutreten, wurde inhaftiert und bekam 1941 sein Abitur aberkannt. "Der Staat hat meine Jugend kaputtgemacht", sagte er später. Er probte früh den Widerstand, war eng befreundet mit den Geschwistern Scholl und desertierte kurz vor Kriegsende von der Wehrmacht.

Als die neue Bundesrepublik nach dem Krieg in Richtung Wirtschaftswunder einbog, galt es für den künstlerisch und theoretisch beschlagenen Aicher, auch auf seinem Gebiet alle Spuren des Nazitums über Bord zu werfen. Seine Frau Inge, die ältere Schwester von Hans und Sophie Scholl, gründete 1946 die Ulmer Volkshochschule als kulturelle Entnazifizierungs-Aktion, Aicher entwarf nach seinem Kunststudium die Plakate für die dortigen Kurse.

Das Designduo Dottings denkt Einfachstes neu. Pünktlich zur Vienna Design Week kommen nun Töpfe für Riess Email auf den Markt. Ausgerechnet? Typisch!

Produktdesign, so die grob vereinfachte landläufige Meinung, macht Dinge neu und besser oder lässt sie zumindest neu und besser aussehen, damit die Menschen sie kaufen. Aber was gibt es an einem Produkt, dessen Markteinführung in etwa auf das Neolithikum datiert, noch zu verbessern? Die Rede ist hier vom Kochtopf. Hat die Menschheit in den über 10.000 Jahren des Hantierens mit Töpfen und den dazugehörigen Deckeln nicht das Prinzip „rundes Kochgefäß“ längst perfektioniert?

Das junge Designduo mischer’traxler erforscht das gestalterische Talent der Natur.

Ein präzise geschweißtes, mannshohes Stahlgerüst. Darin fein austariert aufgehängt, wickeln Spulen dünne Fäden ab, die durch erst in dunkelgrüne Farbe, dann durch Leim getaucht werden, und sich schließlich in changierenden Farbschlieren um einen permanent drehenden Zylinder wickeln. Strahlt die Sonne heller, dreht sich der Zylinder schneller, der Fadenwulst beult aus und wird heller. Das alles obendrein völlig lautlos, da durch Solarzellen angetrieben. Die Besucher der Ars Electronica in Linz verharren staunend vor diesem mysteriösen, und gleichzeitig offensichtlichen Mechanismus, der ein wenig an Versuchsaufbauten im Physikunterricht erinnert.